Weissweine
Müller Thurgau Auslese

Der Müller-Thurgau wird als eine Kreuzung zwischen Riesling
als Mutter und Silvaner als Vater angesehen. Der Müller -Thurgau
reift am frühesten. Die Vollreife ist in guten Jahren schon am 15.
September erreicht, in schlechten Jahren ende September, anfangs
Oktober. Der Müller-Thurgau ist in erster Linie eine Sorte für
Qualitätswein. Durch Ertragsbegrenzung und gestaffelter Lese wird
nicht selten die Spähtlese erreicht. In den meisten Jahren bewegen
sich die Mostgewichte des Müller-Thurgau zwischen 70 und 80 Grad
Öchsle, können aber spielend bis 85 Öchsle erreichen. So kann die
Säure auf 5‰ sinken. Müller-Thurgau Weine sind vorwiegend
leichte Weine und schmecken daher jung am besten. Wenn sie mit
einem Rest an natürlicher Kohlensäure auf die Flasche kommen,
schmecken sie besonders frisch und belebend. Lagerfähigkeit 3-5
Jahre je nach Lagertemperatur.

Ausschanktemperatur 8-10 Grad.

Passend zu Fisch und weissem Fleisch. Guter Begleiter zu Weichkäse. Ideal als Apéro-Wein.
Räuschling

Verbreitung früher in Baden, Elsass und in der Westschweiz. Im
Elsass ist die Sorte ganz verschwunden. In der Schweiz wird der
Räuschling an der Eidgenössischen Forschungsanstalt in Wädens-
wil erhaltungszüchterisch bearbeitet, um den Anbau etwas zu fördern.
Diese Rebsorten sind nur im Zürcher Weinland und in Zürichsee-
Gemeinden vorhanden. Die Beeren sind gross, rund, hellgrün,
durchscheinend, punktiert, dünnhäutig und wettersensibel. Der Wein
schmeckt dezent fruchtig, hat eine elegante Säure, ist harmonisch und
besitzt eine gute Lagerfähigkeit.

Ausschanktemperatur 8-10 Grad.

Ausgezeichneter Apérowein. Ideal zu Fisch und mildem Käse.
Benkener Chardonnay

Der Chardonnay zählt zu den besten Sorten der Welt. Die Reife
des Chardonnay fällt mit dem des weissen Burgunders zusammen
und kann als mittelspät bezeichnet werden. Es sollte mindestens
80 Grad Öchsle erzielt wer den. Hohe Lageansprüche, also gute
Rieslinglagen sind Voraussetzung für einen typischen Chardonnay.
Die Weine sollten durchwegs trocken ausgebaut werden, um die
nervige Säure und den Sortentyp voll zum Ausdruck zu bringen.
Hochwertige Weine sind bestens geeignet für den Ausbau im Barrique.

Ausschanktemperatur 8-10 Grad.

Sehr bekömmlich zu Salaten.
Kerner "der Kernige"

Zu den Neuzüchtungen, die in den letzten Jahren die grösste
Verbreitung gefunden haben, gehört die Sorte Kerner. Die Be-
zeichnung Kerner geht auf den Dichter Justinus Kerner (1786-
1862) zurück, der in Weinsberg als Oberamtsartzt lebte. Aus seiner
Feder stammt das bekannte Lied: "Wohlauf noch getrunken den
funkelnden Wein". Reife mittelfrüh bis späht. Der Kerner sollte
länger hängen, da die Blätter rostfest sind und lange assimilieren.
Durch spähte Lese sind hohe Mostgewichte zu erreichen. Bei reg-
nerischem Wetter kann reifes Lesegut binnen weniger Tage am
Stock zusammenfaulen. Das Mostgewicht übertrifft den Riesling
10-15 Grad. Die Säure 8-12 ‰. Der Wein ist frisch, rassig, Riesling-
ähnlich, fruchtig mit feinem Bukett, das gelegentlich einen Muskat-
ton aufweist. Die Weine des Kerner haben am meisten Riesling-
art. Grosse lagerfähigkeit.

Ausschanktemperatur 10, höchstens 12 Grad.

Gut zu rezenten Gerichten und rassigem Rauchfleisch.
Gewürztraminer "Der Würzige"

Gewürztraminer benötigt eine windgeschützte und gute Lage. Der
Traminerwein entfaltet nur dann seine volle Schönheit, wenn er
sehr spät gelesen wird. Dies ist besonders dann wichtig, wenn die
Weine unverschnitten als selbstständige Flaschenweine auf den
Markt kommen sollen. In guten Lagen steigt das Mostgewicht auch
in geringen Jahren mindestens auf 90 Grad Öchsle, in guten Jahren
auf 100 Grad und mehr. Die Säure bewegt sich um 8‰ oft auch
etwas weniger. Traminerweine zeichnen sich durch eine würzige,
an Rosenduft erinnernde Art aus, wenn sie mit 4-5‰ Säure auf die
Flasche kommen.

Ausschanktemperatur 10, höchstens 12 Grad.

Sehr gut zu Käseschnitten mit neutralem Käse. Auch ausgezeichnet zu Johannisbeergerichten.
Benkener Federweiss

Federweiss Edelsüss, Geschmack eines bewusst auf Süsse hin pro-
duzierter Weintyp. Bei solchen Weinen wird die Süsse nicht nach
der Gärung zugesetzt (Süssreserve) sondern die Gärung wird so
frühzeitig abgestoppt, dass ein Grossteil der natürlichen Süsse aus
der reifen, oft auch von der Edelfäule befallenen Trauben erhalten
bleibt. Edelsüsse Weine haben extrem viel Zucker (bis 200 Gramm
pro Liter), gleichen die Süsse jedoch mit Extrakt und Säure aus.

Ausschanktemperatur 10, höchstens 12 Grad.

Passt gut zu Fleisch mit Curry, Saucen und Früchte. Dessertwein!
Cuvée Blanc "Der Freudige

Ein Sommerwein, elegante fruchtige Note, weich, anhaltend im Trunk.

Ausschanktemperatur 8 - 10 Grad.

Passt ausgezeichnet zu leichtem Essen und zum Apéro.
Pinot Gris "Der Liebliche

Pinot Gris - Grauer Burgunder (Tokaier). Der Wuchs ist mittel bis kräf-
tig und lässt sich mit der Sorte Riesling vergleichen. Die Reife fällt mit
dem Müller-Thurgau zusammen und kann als mittelspät bezeichnet wer-
den. Die Lese sollte erst dann erfolgen, wenn das Mostgewicht wenigstens
85 Grad Öchsle erreicht hat. Bei geringeren Werten sind die Weine zu
dünn. Noch besser sind höhere Zuckerwerte. Die Erntezeit ist nach dem
Müller Thurgau mitte Oktober. Er hat ein sortentypisches, volles Bukett,
gute fruchtbarkeit, gute mostgewichtsleistung, stilfestigkeit und gute Mög-
lichkeit der Gewinnung von Spät- und Auslese.

Ausschanktemperatur 8 Grad.

Mit seiner leichten Süsse eignet sich der Pinot Gris zur Begleitung von rezentem Käse und rassigen Speisen.
Guter Apéro oder Dessert-Wein. Für Schleckmäuler auch zu Schokolade passend!